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Samhain, die Nacht zum 01.11.

Samhain war für die Kelten der Beginn der sogenannten „Jahresnacht“, der Wechsel in das neue Jahr. Es war die Nacht, die den Übergang vom alten ins neue Jahr symbolisierte.
In solchen Zwischenräumen ist alles möglich. Die Nebel zwischen den Welten sind jetzt sehr dünn oder lösen sich auf. In dieser Zeit um Samhain können wir Menschen mit Hilfe von Rausch, Trance oder Ekstase leichter mit der sogenannten „Anderswelt“ verkehren und Kontakt mit unseren Ahnen aufnehmen, ihre Gaben, Kraft, Weisheit und Botschaften empfangen.
Diese Verbindung und Ehrung unserer Ahnen ist das Kernthema des Jahreskreisfestes Samhain. Wir können auch die Trauer spüren, die mit dem Verlust naher Angehöriger verbunden ist. Vielleicht können wir auch den Schmerz fühlen, den unsere Ahnen in den beiden Weltkriegen erlitten haben, egal ob als Opfer oder Täter. Diesen Schmerz und die Trauer gilt es zu erlösen, anzunehmen und dann gehen zu lassen.
Dann sind wir bereit und empfangen respektvoll die Gaben unserer Ahnen, an deren Spitze einer langen Ahnenlinie wir jetzt stehen. Dankbar für alles, was sie uns weiter gegeben haben.
Samhain ist das Fest, an dem wir unsere Ahnen ehren, sie mit Speisen und Wein versorgen, mit ihnen feiern, mit ihnen das alte Jahr abschließen und das neue Jahr beginnen.
So ist jetzt auch die Zeit, unsere Schattenseiten zu betrachten, in alte Verletzungen tief zu schauen und diese anzunehmen und dadurch zu heilen. Alter Groll, Wut, Neid, Schmerz darf sich zeigen, da sein und darf gehen, in Würde, wenn wir die Botschaft vernommen haben, die diese Boten uns bringen.
Es ist die Zeit des Abschieds gekommen. Die Blätter fallen von den Bäumen, nur das Wesentliche bleibt bestehen in der Natur. Auch wir als Teil der Natur sind eingeladen, uns jetzt von dem zu verabschieden, was uns letztlich nicht mehr dient, wahrhaftig wir selbst zu sein, unser ureigenstes Wesen zu leben und uns selbst zu erkennen. Heilung und tiefer Frieden mit uns selbst, in uns und mit dem Leben.
Durch den Abschied und die damit verbundene Trauer hindurch zum Wandel, zur Veränderung, zum wirklich Neuen führt der Weg, in Spiralen, die das Leben schreibt, uns immer wieder neue Zeichen, Herausforderungen, Menschen, Kraft, Mut und Vertrauen schickt, in unseren dunkelsten Nächten. Samhain lädt uns ein, die Angst vor der Dunkelheit, vor dem Allein-sein, vor dem Tod und dem Sterben aufzulösen.
Die dunkle Jahreshälfte beginnt jetzt. Schattenseiten unserer Persönlichkeit, die Dunkelheit der Nacht, die tiefe Weisheit unserer Ahnen und der Frau Holle – alles Teile des ewigen Kreislaufs. Im tiefen Vertrauen auf den Sonnenaufgang am Ende der Nacht, am Ende des Winters, am Ende einer Lebensphase können wir beruhigt in diese Zeit der Einkehr gehen, in unser Haus, in unser Innerstes, unsere Wurzeln und Essenz spürend.
Zeit alleine in der Dunkelheit in der Natur zu verbringen, unserem Atem lauschen, in unser Innerstes spüren, die Angst vor dem Unbekannten wahrnehmen und begrüßen, ist eine guter Weg, Samhain zu gestalten. Im vollen Vertrauen dem Raum zu geben, was sich in dir zeigt oder auch im Außen als Irritation begegnet. Die Dunkelheit und die Kraft der Mutter Erde werden ihr Werk der Heilung vollbringen.
Wir übergeben das Alte den Ritualfeuern zur Transformation und nehmen die Kraft des Feuers für das Neue auf. Alle Trauer, vergangene Missbräuche, Scham, Schuld, schmerzhafte Ereignisse können wir bewusst gehen lassen, loslassen, transformieren und heilen.
Es ist Zeit, unsere Ahnen zu rufen, bei uns zu sein und ihre Nähe bewusst wahrzunehmen. Jetzt, in dieser Zeit, da die Schleier zwischen den Welten so dünn sind und unsere Ahnen uns das kostbare Geschenk geben möchten, mit uns verbunden, für uns da zu sein und uns zu helfen, unseren Weg im Leben zu finden, mit ihrer Kraft und Weisheit.
Mögen wir alle ein heilsames Samhain verbringen.

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Ulrike

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